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Grundgesetz in einfaches Deutsch „übersetzt“

15.03.2017 22:00

Veranstaltung am 21. März: Bürgerstiftungen wollen Asylbewerber aufklären, um Konflikte zu vermeiden (Dürener Zeitung, 15.03.2017)
Düren. Das Angebot für Flüchtlinge ist abwechslungsreich: Es gibt Sprach- und Alphabetisierungskurse, Fahrradwerkstätten und Nähkurse. Aber: Es gibt kaum Veranstaltungen, bei denen Asylbewerbern die wichtigsten Grundrechte und -pflichten in Deutschland erläutert werden. Gemeinsam mit der Bürgerstiftung „Lebensraum Aachen“ und unserer Zeitung möchte die Bürgerstiftung Düren Abhilfe schaffen. „Flüchtlinge: Rechte und Pflichten. Grundlage für Toleranz, friedliches Zusammenleben und Sicherheit“ ist eine Veranstaltung überschrieben, die am Dienstag, 21. März, ab 19 Uhr im Rathausfoyer in Düren stattfindet.

Fred Kessel von der Bürgerstiftung Düren erklärt: „Mitglieder der Bürgerstiftung Aachen haben die wichtigsten Artikel unseres Grundgesetzes in einfache Sprache übersetzt. Diese Paragrafen wollen wir an dem Abend vorstellen und auch in andere Sprachen, wie zum Beispiel Arabisch, übersetzen.“

Ganz konkret: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ heißt es in Artikel 1 des Grundgesetzes, in einfacher Sprache erklärt, klingt das so: „Ich habe das Recht, dass jeder andere Mensch und der Staat meine Würde achten und schützen. Deshalb muss ich aber auch jeden anderen Menschen – Frau, Mann, Kind – mit Respekt und Wertschätzung behandeln, einfach weil der andere ein Mensch ist.“ Zu allen Paragrafen, ergänzt Dr. Gisela Hagenau von der Bürgerstiftung Düren, „gibt es die Rechte und Pflichten, die damit einhergehen. Wir sind davon überzeugt, dass auch die Kenntnis des Grundgesetzes dazu beiträgt, dass Integration und ein friedliches Zusammenleben besser gelingen können.“ Oder anders formuliert: „Auch aus dem nicht vorhandenen Verständnis unseres Rechtssystems können sich Konflikte ergeben“, sagt Kessel.

Bei der Veranstaltung, die von Manfred Kutsch vom Zeitungsverlag Aachen moderiert wird, werden Ute Jansen und Norbert Greuel von der Bürgerstiftung „Lebensraum Aachen“ das „Grundgesetz in einfacher Sprache“ kurz vorstellen. „Danach“, sagt Fred Kessel, „werden auf dem Podium Flüchtlinge aus Afghanistan, dem Irak und einem afrikanischen Land miteinander diskutieren.“ Die Asylbewerber sollen über den Grund ihrer Flucht, die Flucht selbst und ihre Aufnahme in Deutschland berichten. „Der Abend“, ergänzt Dr. Gisela Hagenau, „richtet sich natürlich an alle Bürgerinnen und Bürger, vor allen Dingen aber auch an Asylbewerber und Multiplikatoren, die mit Flüchtlingen arbeiten. Selbstverständlich sind auch Übersetzer vor Ort, die dafür sorgen, dass alle verstehen können, was auf dem Podium gesprochen wird.“

Hagenau und Kessel sind davon überzeugt, dass sich gerade auch Asylbewerber für die Veranstaltung im Rathausfoyer interessieren. Kessel: „Natürlich haben Flüchtlinge häufig sehr große Schwierigkeiten, sich im Alltag zurechtzufinden. Meine Erfahrung ist aber, dass die meisten Leute, die bei uns Zuflucht suchen, sich wirklich integrieren möchten. Und für die kann die Veranstaltung sehr hilfreich sein.“

Darüber hinaus hoffen Hagenau und Kessel, dass sich am Dienstag für Flüchtlinge und Helfer auch die Möglichkeit bietet, Kontakte zu knüpfen und sich auszutauschen. Kessel: „Die Menschen sollen miteinander sprechen und Fragen stellen. Und vielleicht finden sich ja die Leute mit den richtigen Antworten.“ (kin)

Autor: Olschewski