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Einen schweren Stoff herkömmlich serviert

07.03.2016 10:30

Einen schweren Stoff herkömmlich serviert
Das »Junge Theater Düren« bringt »Ein Stück Hamlet« auf die Bühne. Die Nachwuchs-Schauspieler meistern die Herausforderung. (Dürener Zeitung, 07.03.2016)
Düren. Das »Junge Theater Düren« brachte am Wochenende »Ein Stück Hamlet« auf die Bühne des Rittersaals im altehrwürdigen Schloss Burgau. Schon während der Premiere am Freitagabend vor knapp 100 Besuchern war klar: Die jungen Schauspieler sind gut. Den schweren Stoff kauft man ihnen ab, verständlich – vielleicht in diesem Moment noch die größte Kunst – vermitteln sie die Materie des englischen Dramatikers William Shakespeare (1564 bis 1616). Die einzelnen Bühnenfiguren besetzte Regisseurin Ursula Keppler mit erfahrener und gekonnter Hand. Max Cremer spielt den Hamlet, in der Rolle der Ophelia, die Hamlet zunächst liebt, dann zurückstößt: Stephanie Wagner.

Bühnenbild gelungen

Doch nicht nur die Besetzung der Rollen gelang der Regisseurin, auch das Bühnenbild überzeugte durch Klarheit. Es war weder altbacken noch avantgardistisch, einzig einige Vorhänge gliederten die Kulisse, zwischenzeitliche Videoeinspielungen gaben den zeitgenössisch passenden Touch. Da sich das ursprüngliche Theaterstück aus dem Jahr 1602 über mehrere Stunden erstreckt, erdachte das »Junge Theater Düren« eine Kurzfassung, die eben den Titel »Ein Stück Hamlet« trug. In 110 Minuten ohne Pause wurde der Fall einer höfischen Gesellschaft dargestellt.

Lajos Tar sorgte mit der Gitarre für die passende Musik. Ursula Keppler: »Wir haben uns bewusst entschieden, die 110 Minuten am Stück zu spielen. Eine Pause würde den Fluss der Geschichte stoppen.« Die Sprüche, die [im] »Hamlet« fallen, sind ebenso legendär und zeitlos wie die Geschichte selbst. Claudius (Astrid Grenzdörffer) bringt seinen Bruder, den König von Dänemark, um. Kurze Zeit später heiratet er seine verwitwete Schwägerin Gertrud (Larissa Beiz), Hamlets Mutter. Aufgrund unglücklichster Umstände bringt Hamlet Ophelias Vater Polonius (Noah Stumm) um. Ophelia wird wahnsinnig und begeht Selbstmord, Hamlet ersticht den König, auch seine Mutter stirbt.

Letztendlich segnet auch Hamlet das Zeitliche. Es fielen so berühmte Sätze, heute als Redewendungen im ständigen Sprachgebrauch, wie »Je mehr verwandt, desto weniger befreundet« und »Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage«. In weiteren Rollen spielten Mira Christoffels, Jonas Becker, Mara Zilles und Aylin Kesdogan. Hinter der Bühne agierten Gregor Beller, Roswitha K. Wirtz, Benedikt Rosarius, Harald Lorberg als Souffleur, Marja Bardenberg und Sylvia Brinckwirth. Während das Publikum den Akteuren begeistert applaudierte, bedankten sich die Akteure wiederum bei den Besuchern für die Unterstützung ebenso wie bei den diversen Sponsoren, ohne die eine derartige Aufführung, die die Persönlichkeit der jungen Menschen formen kann, gar nicht möglich wäre. (Nächste Aufführung: heute, 19 Uhr, Schloss Burgau)

[Die Bürgerstiftung Düren hat diese Produktion im Rahmen ihrer Projektbörse mitfinanziert.]

Autor: Olschewski