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Düren trauert um Kurt Moll

12.03.2017 22:00

Bekannter Opernsänger gestorben (Super Sonntag, 12.03.2017)
Düren. Die Cappella Villa Duria und mit ihr die gesamte Stadt Düren trauert um Kurt Moll, der am vergangenen Sonntag im Alter von 78 Jahren nach längerer Krankheit gestorben ist. In einem Nachruf würdigt Dr. Gisela Hagenau Moll als einen „Ausnahmekünstler und großen Sänger mit einer unverwechselbare weichen Bassstimme, aber auch als wunderbaren Freund, der das Konzertforum Cappella Villa Duria von Beginn an begleitet und unterstützt hat“.

Kurt Moll stammte aus Buir, hat das Stiftische Gymnasium besucht, und wollte eigentlich Cellist werden. Doch letztlich zog er die tiefe, samtige Stimme dem tiefen Streichinstrument vor und studierte an der Musikhochschule Köln Gesang. Erste Engagements führten ihn ans Theater Aachen, Mainz und Wuppertal. Nach seinem Auftritt in Salzburg als Sarastro in Mozarts „Zauberflöte“ 1970 eroberte er die großen Opernbühnen der Welt mit seiner unvergleichlichen Sänger-Darsteller-Gestaltung der großen Basspartien des Repertoires.

Glücksfall für die Cappella Villa Duria

Es war ein Glücksfall, dass der damalige Leiter der Musikschule Düren vor mehr als 30 Jahren den berühmten Sänger kennenlemte. Eine Freundschaft entstand. Fast schon selbstverständlich, dass Kurt Moll zum künstlerischen Berater für das von Johannes Esser 1997 gegründete Konzertforum Cappella Villa Duria wurde. „Kurt Moll – der Name öffnete Türen bei Sponsoren, zog das Publikum, das staunend erlebte, wie der berühmte Kammersänger hier in seiner Heimatprovinz musizierte, als stünde er auf einer der großen Podien der Welt!“, beschreibt Hagenau Molls Bedeutung für das Konzertforum.

Kurt Moll unterstützte das junge Konzertforum auf vielfältige Weise: durch Vermittlung junger Sängerinnen und Sänger für die Konzerte der Cappella, durch kritische Begleitung der Proben, durch Entwicklung neuer Ideen, um junge Menschen für klassische Musik zu interessieren. Ein neues, richtungweisendes Kulturprojekt, einmalig in der Bundesrepublik, wurde geboren: „Schule Macht Oper“. Erstmals 2006 „inszenierten“ Schülerinnen und Schüler eines Dürener Gymnasiums die konzertante Aufführung einer Oper: Mit szenischer Interpretation, schauspielenden Doubles, neuen Dialogen oder gesprochenen Originalrezitativen, einstudierten Tänzen und der Übernahme der Szenen- und Lichtregie durch Schülerteams wurde die konzertante Oper zu einem spannenden Erlebnis. Kurt Moll begleitete, Planung und Proben, war ständiger Ansprechpartner für Musiker und Schüler. Einer von ihnen schwärmte: „Dass ich einmal mit Kurt Moll zusammen arbeiten durfte, werde ich noch meinen Enkeln erzählen!“

Absolute Höhepunkte der Konzerte der Cappella Villa Duria waren aber die Auftritte Kurt Molls, der durch den Verzicht auf eine Gage auch so das Konzertforum enorm förderte. Matthäuspassion, das Requiem Mozart[s], Schuberts „Winterreise“, auch Operetten wie „Der Vogelhändler“ und natürlich [die] „Entführung“ und [die] „Zauberflöte“! Wer Kurt Moll hier in diesem kleinen Konzertforum bei Proben und Konzerten so hautnah erlebte, weiß, was Belcanto bedeutet.

Requiem zu Ehren des großen Sängersy/strong>

Seine Verbundenheit mit der Stadt Düren zeigte Kurt Moll auch, indem er Gründungsstifter der Bürgerstiftung Düren wurde und 2004 einen unvergesslichen Liederabend mit Schuberts „Winterreise“ zugunsten der Bürgerstiftung im Haus der Stadt gab.

Zum Gedenken an Kurt Moll wird die Cappella Villa Duria dem großen Sänger die Aufführung von Mozarts „Requiem“ am 26. März in der Marienkirche widmen. (red)

Autor: Olschewski