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Cappella Villa Duria verliert einen Freund

10.03.2017 22:00

Cappella Villa Duria verliert einen Freund
Sie widmet dem verstorbenen Kammersänger am Sonntag, 26. März, in der Marienkirche in Düren Mozarts „Requiem“ (Dürener Zeitung, 10.03.2017)
Düren. Mit der Aufführung von Mozarts „Requiem“ am Sonntag, 26. März, in der Marienkirche in Düren gedenkt das Konzertforum Cappella Villa Duria des am vergangenen Sonntag nach längerer Krankheit gestorbenen Kammersängers Kurt Moll. „Ein Ausnahmekünstler, ein großer Sänger mit der unverwechselbaren weichen Bassstimme hat uns verlassen, aber auch ein wunderbarer Freund, der das Konzertforum Cappella Villa Duria von Beginn an begleitet und unterstützt hat“, erklärte Dr. Gisela Hagenau.

Tiefe, samtige Stimme

Kurt Moll stammte aus Buir, hat das Stiftische Gymnasium besucht und wollte eigentlich Cellist werden. Doch letztlich zog er die tiefe, samtige Stimme dem tiefen Streichinstrument vor und studierte an der Musikhochschule Köln Gesang. Erste Engagements führten ihn ans Theater Aachen, Mainz und Wuppertal. Nach seinem Auftritt in Salzburg als Sarastro in Mozarts „Zauberflöte“ 1970 eroberte er die großen Opernbühnen der Welt mit seiner unvergleichlichen Sänger-Darsteller-Gestaltung der großen Basspartien des Repertoires.

Es war ein Glücksfall, dass der damalige Leiter der Musikschule Düren vor mehr als 30 Jahren den berühmten Sänger kennenlernte. Eine Freundschaft entstand.

Fast schon selbstverständlich, dass Kurt Moll zum künstlerischen Berater für das von Johannes Esser 1997 gegründete Konzertforum Cappella Villa Duria wurde.

Kurt Moll – der Name öffnete Türen bei Sponsoren, zog das Publikum, das staunend erlebte, wie der berühmte Kammersänger hier in seiner Heimatprovinz musizierte, als stünde er auf einer der großen Podien der Welt.

Kurt Moll unterstützte das junge Konzertforum auf vielfältige Weiser durch Vermittlung junger Sängerinnen und Sänger für die Konzerte der Cappella, durch kritische Begleitung der Proben, durch Entwicklung neuer Ideen, um junge Menschen für klassische Musik zu interessieren.

Ein neues, richtungweisendes Kulturprojekt, einmalig in der Bundesrepublik, wurde geboren: „Schule Macht Oper!“. Erstmals 2006 „inszenierten“ Schülerinnen und Schüler eines Dürener Gymnasiums die konzertante Aufführung einer Oper: Mit szenischer Interpretation, schauspielenden Doubles, neuen Dialogen oder gesprochenen Originalrezitativen, einstudierten Tänzen und der Übernahme der Szenen- und Lichtregie durch Schülerteams, wurde die konzertante Oper zu einem spannenden Erlebnis.

Kurt Moll begleitete Planung und Proben und war ständiger Ansprechpartner für Musiker und Schüler. Die waren beeindruckt: „Dass ich einmal mit Kurt Moll zusammen arbeiten durfte, werde ich noch meinen Enkeln erzählen“, sagte ein 17-jähriger Schüler.

Absolute Höhepunkte

Absolute Höhepunkte der Konzerte der Cappella Villa Duria waren aber die Auftritte Kurt Molls, der auch durch den Verzicht auf eine Gage das Konzertforum förderte. Matthäuspassion, das „Requiem“ von Mozart, Schuberts „Winterreise“, auch Operetten wie „Der Vogelhändler" und natürlich die „Entführung aus dem Serail“ und „Die Zauberflöte“ gehörten zum Repertoire. Wer Kurt Moll hier in diesem kleinen Konzertforum bei Proben und Konzerten hautnah erlebte, weiß, was Belcanto bedeutet. Seine Verbundenheit mit der Stadt zeigte Kurt Moll auch, indem er Gründungsstifter der Bürgerstiftung Düren wurde und 2004 einen unvergesslichen Liederabend mit Schuberts „Winterreise“ zugunsten der Bürgerstiftung im Haus der Stadt gab.

Autor: Olschewski